Mein Lebenslauf

Ich, Ursel Schultze, damals noch Ursel Demmler, bin am 24.01. 1930 in Rodewisch im Vogtland geboren, aufgewachsen ab 1931 in Hamburg; überstand unbeschadet und nicht ausgebombt den Krieg und verließ , hauptsächlich wegen entschiedener, beidseitiger Antipathie mit meiner Klassenlehrerin 1947 das Gymnasium mit der mittleren Reife. Ich versuchte mich kurze Zeit im Kunstgewerbe, was aber letztendlich nur im Bemalen von Glückwunschkarten bestand, was ich als zu öde empfand. Ich besuchte darauf 3 Jahre lang die Meisterschule für Mode in Hamburg. aber auch da war ich nicht am richtigen Platz: man hatte mich in die Klasse für "textile Handarbeiten" gesteckt, das hieß, ich erlernte alle Arten von Stickereien und deren Entwürfe, und ich hätte doch viel lieber das Modezeichnen erlernt! So waren diese 3 Jahre eigentlich auch für die Katz!

Ich entdeckte inzwischen meine Liebe zur Goldschmiederei, und sagte auf dem Arbeitsamt, ich hätte gern mit Metall zu tun. Daraufhin vermittelte man mich in die Valvo-Radio-Röhren- Fabrik!! Dort baute und lötete ich erst mal als Arbeiterin Radioröhren im Akkord zusammen. Schrecklich! Zum Glück entdeckte man aber dann doch, dass meine Fähigkeiten an diesem Platz verschwendet waren und holte mich in die Versuchsabteilung, wo man dann z. T. neu entwickelte Röhren zusammenbaute und ausprobierte. Auch waren Messungen in den einzelnen Abteilungen an den Röhren durchzuführen und sog. "Steukurven" zu zeichnen. Nach einiger Zeit rückte ich zur Angestellten auf. Zeitweise war in dieser Abteilung wenig zu tun, und da unsere Chefs uns nicht gern lesen oder stricken sahen, verfiel ich darauf Gedichte zu schreiben. Das wirkte sehr beschäftigt und brachte Wohlwollen bei den Vorgesetzten! Seit dieser Zeit reime ich hin und wieder. (Nachdem sich in 50 Jahren so einiges angesammelt hatte, entstand dann mein Buch "Ritterreime und Schlimmeres")

Die Liebe zur Goldschmiederei, (eine Lehrstelle war nicht zu bekommen - reserviert für Kriegsversehrte, weil sitzende Beschäftigung), lebte ich nebenbei in Abendkursen an der Landeskunstschule in Hamburg bei Prof. Tümpel aus. Das waren schöne Stunden! Um einen richtigen Beruf daraus zu machen reichte es aber wiederum nicht.

1954 heiratete ich einen frisch gebackenen Chemiker, verließ die Fabrik mit Erleichterung, und zog mit Ehemann nach Uetersen an die Pinnau, wo dieser eine Anstellung in einer pharmazeutischen Fabrik gefunden hatte. 1957 und 1959 bekamen wir einen Jungen und ein Mädchen, die uns viel Freude brachten. In der Zeit ihres Heranwachsens ruhten meine verschiedenen Hobbys mehr oder weniger, doch später, als sie flügge geworden waren und auszogen, lebten sie wieder auf.

1987 ging mein Mann in Rente und wir zogen um in die Lüneburger Heide. Hier warf ich mich mit der Zeit immer mehr aufs Gedichte-Verfassen, trat auch der sog. "Gedichteküche" in Stade bei, einem kleinen Kreis Hobby-Dichter, die unter der Leitung ihres Gründers Thomas Dunse, einmal im Monat tagen und sich gegenseitig ihre Werke vorlesen, dabei viel lernen und Spaß haben. Was mich betrifft, ich mache lustige Gedichte, keine schwerblütige Lyrik, ich will Leute zum Lachen bringen! In der heutigen Zeit hat man ja wirklich nicht viel Grund zum Lachen, - und Lachen ist doch so gesund! Sehen Sie, Ihre Gesundheit liegt mir eben sehr am Herzen!!

In diesem Sinn!      Ihre Ursel Schultze